Was ist Downhill

Für den Einen ist es die wohlverdiente Feierabend Runde, für den Anderen Ziel gerichteter Sport. Der Eine macht es, um die Natur zu genießen, der Andere um Zeit mit seinen Freunden zu verbringen. Der Nächste macht es weil er den Adrenalinkick sucht, ein Anderer weil es so entspannend ist. Für den Einen ist der Weg das Ziel, für den Anderen, das Ankommen. Die Gründe warum man Mountainbike fährt, sind so vielfältig, wie die Menschen die diesen Sport ausüben. Die Alterspanne und die Durchmischung von sozialer Herkunft, Nationalität und Geschlecht sind vergleichbar mit dem einen Rummelplatz. Doch was ist eigentlich der Grund der all diese Menschen antreibt? Er ist so einfach, wie elementar für das Menschsein an sich. Es ist das Gefühl von Freiheit. Die Freiheit sich fortzubewegen, überall hin zu gelangen und alle Hindernisse die sich auf dem Weg auftun zu meistern. Diese Sehnsucht nach Freihat war auch der Grund der in den frühen 70 Jahren die ersten Mountainbiker in den USA hervorbrachte und es ist genau diese Sehnsucht nach Freiheit, die Mountainbiken in den letzten 40 Jahren zum Breitensport hat werden lassen.

“1973 gilt als die Geburtsstunde und der Mount Tamalpais in Marin County, Kalifornien, als der Geburtsort des Mountainbikes. Die ersten Mountainbikes waren Fahrräder des Typs „Schwinn Cruiser“, die von einer Gruppe von Radsportlern um Gary Fisher, Joe Breeze und Charles Kelly benutzt wurden, um die Schotterpisten am Mount Tamalpais herunter zu rasen. Die aus den 1930er Jahren stammenden Cruiser des Herstellers Schwinn waren – wie der Name schon vermuten lässt – alles andere als Sportfahrräder, sondern vielmehr für das gemütliche Dahinrollen („cruisen“) ausgelegt. Die Schwinn Cruiser waren stabil gebaut und verfügten über dicke Ballonreifen auf 26-Zoll-Felgen, womit sie für die schnellen Abfahrten über die Schotterpisten des Mount Tamalpais weit besser geeignet waren als die leichten Rennräder, die damals der einzige Typ von Fahrrädern für sportliche Zwecke waren. Die Schwinn Cruiser waren sehr schwere Fahrräder, weshalb sie von Gary Fisher, Joe Breeze und den anderen Fahrern auch tatsächlich nur für Abfahrten benutzt wurden. Die ersten Mountainbiker waren also reine Downhiller.“(1.)

Bei den oben aufgeführten Mountainbikern, handelt es sich nicht nur um die ersten, die mit Fahrrädern versucht haben abseits von angelegten Wegen bergab zu fahren, sondern auch um die jenigen, die in der Vollgezeit die ersten Mountainbikes entwickelten. Dabei sind „Mountainbikes (MTB) (englisch für Bergfahrrad) oder Geländefahrrad, besonders auf den Einsatz abseits befestigter Straßen ausgerichtet. Grundsätzlich ist das Geländerad ebenso wie das Rennrad eher Sportgerät als Verkehrsmittel, weshalb es üblicherweise nicht über die von der in Deutschland geltenden Straßenverkehrszulassungsordnung (StVZO) geforderte Ausstattung (Beleuchtung, Klingel und Rückstrahler) verfügt.“ „Das erste Mountainbike wurde „1977 von Joe Breeze für Charles Kelly hergestellt. Auch wenn sich Breeze dabei hinsichtlich der Rahmengeometrie stark an den Cruisern orientierte, war es das erste Mountainbike, das nicht ein nachträglich für den Einsatz als Mountainbike umgerüsteter Cruiser war. Zwei Jahre später stieß Tom Ritchey zu der Gruppe von Mountainbikepionieren und fertigte weitere Rahmen für Gary Fisher. Später übernahmen Gary Fisher und Charles Kelly den Aufbau der von Tom Ritchey gefertigten Rahmen zu vollständigen Mountainbikes und den Vertrieb dieser Räder. “(2.)

In den achtziger Jahren erfuhr das Mountainbiken nach vielen Weiterentwicklungen schließlich seinen Durchbruch. Es fand überall auf der Welt Verbreitung und wurde auch in Europa so populär, dass die Verkaufszahlen der Mountainbikes die aller anderen Fahrradtypen überflügelten.“(3) Seit dieser Zeit haben sich Verschiedene Mountainbiketypen herausgebildet von denen wir hier nur einige, diejenigen, die sich überwiegend dem Downhillsport zugehörig fühlen, aufführen.

Enduro

Enduro-Mountainbikes sind zumeist vollgefedert. Sie verfügen über einen Federweg – von 150 bis 180 mm –, ein einstellbares Fahrwerk sowie breitere und stärker profilierte Reifen und eine andere Rahmengeometrie. Der Lenker ist oft gekröpft, die Sitzposition ist dadurch aufrechter. Das Gewicht liegt etwa zwischen 12 und 16 Kilogramm.

Freeride

Freeride-Mountainbikes sind wie die Downhill-Mountainbikes für den Einsatz in schwerem, abschüssigem Gelände konzipiert, vollgefedert und verfügen über lange Federwege von 150 bis 200 mm. Im Gegensatz zum Downhill-Mountainbike sind sie nicht ausschließlich auf Abfahrten ausgelegt. Durch moderne Dämpfungssysteme, die ein Wippen der langhubigen Federung beim Pedalieren verhindern, und (absenkbare) Federgabeln für bessere Steigfähigkeit auf steilen Streckenabschnitten, kann mit einem Freeride-Mountainbike auch der Aufstieg aus eigener Kraft bewältigt werden.

Downhill (DH)

Specialized Demo 2011

Specialized Demo 2011

Aufbau eines Dowhill Bikes. Foto PixelMeyer C

1.Schaltung, 2.Kurbel, 3.Kettenführung, 4.Pedale, 5.Felge, 6.Bereifung, 7.Dämpfer, 8.Rahmen, 9. Doppelbrückengabel, 10.Bremse

Downhill-Mountainbikes sind für schnelle Abfahrten in schwierigstem Gelände konzipiert. Da Downhill-Mountainbikes fast nur bergab bewegt werden und der Aufstieg meist nicht aus eigener Kraft bewältigt wird, gilt bei diesen Rädern ein Gewicht bis 20 kg als akzeptabel. Das hohe Gewicht ist der stabilen Bauart geschuldet, die aufgrund der bei den Abfahrten auftretenden hohen Belastungen erforderlich ist. Die Rahmen sind vollgefedert und verfügen über Federwege von 180 bis 250 mm, einen möglichst tiefen Schwerpunkt und eine laufruhige Geometrie.“

Jede dieser Mountainbike Unterkategorien prägt sich in der heutigen Zeit zwar so stark aus, dass sie über ihre eigenen Wettkämpfe verfügt, doch verbindet all diese Wettkämpfe, dass sie einen überwiegenden Abfahrtsanteil beinhalten. Aus diesem Grund tragen die Fahrer auch im Regelfall eine Schutzausrüstung die aus einem „Integralhelm (welcher häufig von einem Nackenschutz ergänzt wird), Knieschoner und Protektorjacken“ besteht.

Obwohl das Mountainbiken sich heutzutage einer großen Popularität in unserer Gesellschaft erfreut, muss es sich noch immer mit vielen Vorurteilen rumschlagen, was vor allem darauf zurück zu führen ist, dass im Regelfall keine separaten, extra dafür ausgerichteten Mountainbikestrecken von den Gemeinden angeboten werden. Hierdurch kommt es immer wieder zu Problemen, bis hin zu Verletzungen, zwischen Spaziergängern und Mountainbikern durch das gemeinsame Nutzen von Forst- und Wanderwegen. Dadurch, dass es „keine“ offiziell, angelegten Abfahrstrecken gibt, steht das Mountainbiken, genauso wie vor wenigen Jahren das Skatbarden, vor der kniffligen Situation, „illegal“ betrieben werden zu müssen, wobei Haftungsfragen im Unfallsfall und Sicherheit unbeantwortet bleiben. Während für das Skatbarden, bei viel geringeren Nutzerzahlen, in den vergangen 10 Jahren in jeder noch so kleinen Gemeinde eine Sportanlage geschaffen wurde, kommt es zwischen Mountainbikefahrern und Behörden weiterhin durch ein mangelndes Angebot zu regelmäßigen Konflikten. Zum allseitigen Glück, haben nun die ersten Gemeinden reagiert und durch legalisierte MTB-Strecken und Bikeparks nicht nur den „Waldfrieden“ zwischen Wanderern, Behörden und Mountainbikern wieder hergestellt, sondern auch noch Wirtschaftlich und von der steigenden Attraktivität des Naherholungsangebots profitiert. Diese positive Entwicklung ist auf das Engagement von zahlreiche Initiativen und Organisationen zurückzuführen, die sich gebildet haben, um Verantwortung für ihren Sport zu übernehmen.

Auch in Bielefeld hat sich vergangenes Jahr eine solche Initiative zur Legalisierung von MTB-Strecken zusammengefunden, die sich für den Dialog zwischen den Konfliktparteien in Bielefeld einsetzt.

Das Ziel dieser Initiative ist es MTB-Strecken gemeinsam mit den Behörden (Walbesitzern, Förstern und der Stadt) zu Planen und Umzusetzen.

Weitere Vorteile von legalen Mountainbike-Strecken umfasst:

– Legale Mountainbike-Strecken bieten die Möglichkeit im Dialog und in Abstimmung mit den örtlichen Behörden angelegt und gewartet zu werden.

– Durch eine professionelle Unterstützung bei dem Bau und der Wartung der Strecke weisen legale Strecken eine wesentlich höhere Sicherheit für Mountainbiker auf.

– Legale Strecken sind umweltfreundlich, da sie in Kooperation mit dem Forstamt entstehen und das „wilde“ Bauen von (sog. illegalen) Strecken eingedämmt wird.

– Der Konflikt zwischen Wanderern und Mountainbikern könnte durch eine Konzentration von Abfahrstrecken befriedet werden.

– Der Naherholungsstandort Bielefeld würde durch ein attraktiveres Angebot für den MTB-Sport aufgewertet.

– Auch für den Tourismus und die örtliche Wirtschaft (wie z.B. Fahrradläden & Gastronomie) stellen legale Trails einen finanziellen Vorteil da.

– Jugendliche erhöhen durch den MTB-Sport ihren Bewegungsbedarf. Sie können sich beim Streckenbau und dessen Pflege einbringen und erlernen dadurch handwerkliche Kompetenz sowie den nachhaltigen Umgang mit der Natur.

– Legale MTB-Strecken sind geeignet als Trainingsmöglichkeiten, da sie die Fähigkeiten und Kenntnis im MTB-Sport erweitern und schulen.

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